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10. Mai 2017

  • Ehrenlesung zum 80. Geburtstag: ILLE CHAMIER

    19:30 Uhr

    onomato

    Birkenstr. 97

    40233 Düsseldorf

     

    Trotz ihres frappierend vielfältigen kreativen Schaffens als Schriftstellerin, Malerin und Zeichnerin existieren von Ille Chamier nur zwei Publikationen: der poetische Text in dem frühen Fotoband über Pina Bausch „Setz dich hin und lächle“, 1979, für deren Tanztheater Wuppertal sie mehrere Jahre dramaturgisch tätig war und die Textsammlung „Tagtexte“, 1980. Unermüdlich hat Ille Chamier seitdem im Selbstverlag beeindruckende, kostbare und aufwändige, oft mit eigenen Illustrationen versehene Textsammlungen herausgebracht.

    Allein die Titel dieser Editionen wie „Gezinktes Licht“, 2003,„Hu Hu – I can fly and you?“, 2007 oder „Turandot“, 2007 evozieren schillernde Imaginationswolken. Kombiniert mit einer temporären Ausstellung aus ihrem malerischen und zeichnerischem Werk wird sie selbst an diesem Abend aus ihren poetischen Werken lesen.

    „Sie kriegen mich doch auf die Reihe, oder?“

    aus „Turandot“, Edition im Eigenverlag Textille 2007.

     

  • Franz Maciejewski liest „Ich, Bertha Pappenheim“

    20:00 Uhr

    Zentralbibliothek

    Bertha-von-Suttner-Platz 1

    Tel. 0211 – 8994027

    Eintritt frei

     

    Sie war eine streitbare Feministin, gründete den Jüdischen Frauenbund, stritt mit Martin Buber über eine Reform des orthodoxen Judentums und startete beim Völkerbund einen Kampf gegen den internationalen Mädchenhandel. Doch ihr vielseitiges Engagement hat Bertha Pappenheim nicht soberühmt gemacht wie ihr Patientenname. Als „Anna O.“ ist sie die kapriziöse „Hysterikerin“, die von ihrem Arzt, Dr. Josef Breuer, nach den Methoden der damals topaktuellen Freudschen Psychoanalyse therapiert wird. „Hysterisch“ ist Ende des 19. Jahrhunderts in Wien jede Frau, die sich nicht in die herrschende Männergesellschaft einordnen kann oder will. Als Josef Breuer und Sigmund Freud 1895 gemeinsam ihr Werk „Studien zur Hysterie“ veröffentlichen, wird Bertha Pappenheim alias „Anna O.“ zum berühmten Fallbeispiel. Franz Maciejewski führt in „Ich, Bertha Pappenheim“ die Lebensgeschichte der Feministin und Patientin zusammen.

    Dr. Franz Maciejewski, Soziologe mit Ausbildung in Psychoanalyse, ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen in den Bereichen Kultur und Gedächtnisgeschichte der Moderne, Ethnopsychoanalyse und Freud-Biographie sowie Holocaust und Antisemitismusforschung. Maciejewski lebt als freier Autor in Heidelberg.