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30. Januar 2019

  • Lesung & Gespräch: Navid Kermani

    19:00 Uhr

    Kunstsammlung NRW

    Grabbeplatz 5
    40213 Düsseldorf

    Eintritt frei

     

    Für seine Romane und Erzählungen vielfach ausgezeichnet, genießt der Kölner Schriftsteller Navid Kermani zugleich als Berichterstatter aus Kriegs- und Krisengebieten hohes Ansehen.An diesem Abend wird er ausgewählte Passagen aus drei Reportagebüchern lesen und mit der Kuratorin Maria Müller-Schareck über seine Arbeit diskutieren: "Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan" (2018), "Einbruch der Wirklichkeit. Auf dem Flüchtlingstreck durch Europa" (2015) und „Ausnahmezustand. Reisen in eine beunruhigte Welt“ (2013).

     

     

  • Poetische Begegnungen: Olga Martynova trifft Gerhard Falkner

    19:30 Uhr

    onomato künstlerverein e.V.

    Birkenstrasse 97

    40233 Düsseldorf

    Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

     

    Mit Olga Martynova und Gerhard Falkner sind in der Lyrikreihe zwei hochgeschätzte Schriftsteller zu Gast, die sich trotz ihrer Anerkennung von ihrer Lust, Neues auszuprobieren und zu experimentieren nichts haben nehmen lassen.

    Olga Martynova, 1962 in Sibirien geboren, in Leningrad aufgewachsen, hatte dort zusammen mit ihrem im letzten Jahr verstorbenen Mann, dem Dichter Oleg Jurjew, die Künstlergruppe und noch heute existierende Plattform „Kamera chranenija“, auf deutsch etwa „Aufbewahrungsort“, gegründet. Seit 1990 lebt sie in Deutschland. In der Tradition der avantgardistischen Gruppe „Oberiu“ aus den 20iger und 30iger Jahren um Daniil Charms hält sich ihre Lyrik weder an konsistente Raum/Zeitgrenzen, noch irgend an geltende Naturgesetze. Und doch transportieren die Gedichte durch ihre bildstarke, sinnliche Präsenz und ihr deutliches Insistieren auf einem thematischen Verdichtungspunkt Figurationen, die vom „Wiesenjenseits“ einer gestorbenen Biene bis zum Bild der Sprache als Falter mit dem „Hinkeflügel“, der sich halb über, halb unter Wasser bewegt, sowohl unsere Imagination wie auch unser Denken ihrerseits in Bewegung setzen.

    Gerhard Falkner, 1951 im mittelfränkischen Schwabach geboren, erregte schon 1981 mit seinem ersten Gedichtbuch „so beginnen am körper die tage“ Aufsehen: gegen die „Befindlichkeitslyrik“ der späten 70iger Jahre setze er einen deutlichen Akzent – wenn auch im freien Vers – auf eine durchdachte und formal durchgestaltete poetische Sprache. Es folgten weiter Gedichtbände in steter Folge bis er in seinem Essayband „Über den Unwert des Gedichts“, 1993 – ganz in avantgardistischer Manier – seinen Rückzug aus dem Literaturbetrieb ankündigte und sich doch – das stete Paradox der Avantgarden – nach vierzehn Jahren, im Jahr 2000 mit dem wiederum vielbeachteten Gedichtbuch „Endogene Gedichte“ vehement auf der Bühne der Poesie zurückmeldete. Dem sollten seine wichtigsten lyrischen Werke „Hölderlin Reparatur“, 2008, und „Pergamon Poems“, 2012 folgen. 2009 erhielt er die höchste Auszeichnung für Lyrik, den Peter Huchel Preis. Die Gleichzeitigkeit von Prägnanz, Anschaulichkeit, frappierenden Zeitsprüngen und Leichtigkeit, mit der er etwa in dem Gedicht „Artemis“ aus den Pergamon Poems von der semi-plastischen Bildlichkeit der Artemis im Pergamon Fries über mehr als zweitausend Jahre in die „Kill Bill“- Filmwelt von Quentin Tarantino springt, ist so atemberaubend und treffend zugleich, dass sie für beide Welten vor- und rücklings vieles zu denken gibt.