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14. Juni 2019

  • Schreiben in Gefangenschaft

    19:00 Uhr

    Johanneskirche/Stadtkirche

    Martin-Luther-Platz 39

    40212 Düsseldorf

    Eintritt: Spende nach eigenem Ermessen

     

    André Kaczmarczyk und Cennet Rüya Voß (Düsseldorfer Schauspielhaus) lesen Schriften aus dem Gefängnis aus biblischen Zeiten bis in die unmittelbare Gegenwart.

    Programmheft-Text (ca. 900 Zeichen inkl. Leerzeichen)

    Als „glücklichste Periode seines Lebens“ empfand der ehemalige ägyptische Präsident Anwar el Sadat seine Haftzeit in Zelle 54, in der er erstmals die Konzentration auf sich selbst und die Reduktion auf essentielle Bedürfnisse erlebte. Ganz anders die jugoslawische Arbeiterin Vera Komenko, die fortlaufend über Isolation, Eintönigkeit und Perspektivlosigkeit klagt. Rosa Luxemburgs Briefe, die während des Ersten Weltkrieges fast ununterbrochen im Gefängnis saß, gehören mittlerweile zu den zu den klassischen politisch-literarischen Werken.

    So unterschiedlich diese Zeugnisse auch sind: Sie alle geben Einblick in ein Leben im existentiellen Ausnahmezustand, das zu Einkehr und Glück ebenso führen kann wie zu Verbitterung und Verzweifelung.

     

     

     

  • Fleurs du Mal. Christine Sommer und Martin Brambach rezitieren Sinnliches von Baudelaire bis Walser

    19:00 Uhr

    Literaturbüro NRW

    Bismarckstr. 90

    40210 Düsseldorf

    Eintritt: 6,- €

     

    Als Charles Baudelaire seinen Gedichtband „Les Fleurs du Mal“ 1857 erstmals veröffentlichte, sorgte er für einen Skandal – als blasphemisch, unmoralisch und obszön wurde sein Schreiben verschrien und bereits kurz nach der Publikation hatte der Dichter mit der ungezügelten Feder eine Strafanzeige am Hals. Auch viele, die nach Baudelaire kamen, setzten sich über die Moralvorstellungen ihrer Zeit hinweg um zu sagen, was sie zu sagen hatten. Heute dürfen wir, hierzulande, offener sprechen über all die Regungen des Geistes und des Körpers und das feiern wir mit Christine Sommer und Martin Brambach beim „erotischen Frühlingsabend“, einer unterhaltsamen, sinnlichen Reise durch die literarischen Ergüsse großer Schriftsteller*innen. Quer durch die Zeiten und Genres, vom besagten Baudelaire bis hin zu Robert Walser über C.M. Wieland, Ovid, Elke Heidenreich, Anna Gavalda, Heinrich Heine, ja sogar Heinz Erhart präsentiert das Schauspieler-Paar Texte voller flammender Leidenschaft – stellenweise rasend komisch, aber auch bitter böse. Schauspielerin Christine Sommer ist seit fast 30 Jahren in zahlreichen Engagements auf der Bühne und vor der Kamera zu sehen. Darüber hinaus verarbeitet sie ihre Leidenschaft für Literatur in verschiedenen Lesungs-Programmen, mitunter gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem ebenfalls aus Theater, Film und TV bekannten Schauspieler Martin Brambach.

    Moderation: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW

     

  • Marion Brasch: Lieber woanders

    19:00 Uhr

    Heinrich-Heine-Institut

    Bilker Str. 12-14

    40213 Düsseldorf

    Eintritt: 10,- €/ 8,- €

     

    „Lieber woanders“ – Gespräch und Lesung mit Marion Brasch über ihren neuen Roman und Heines „Wintermärchen“

    Marion Brasch arbeitet für den Rundfunk Berlin-Brandenburg. In ihrem Erinnerungsbuch „Ab jetzt ist Ruhe – Roman meiner fabelhaften Familie“

    hat sie vor sieben Jahren die Erfahrungen einer ganz besonderen Kindheit in der DDR beschrieben. Sie entstammt einer Familie deutsch-österreichischer Kommunisten jüdischer Herkunft. Während Vater Horst Brasch eine Karriere als SED-Parteifunktionär und stellvertretender Minister für Kultur verfolgte, wurde ihr Bruder, der Schriftsteller Thomas Brasch, wegen „Verunglimpfung führender Persönlichkeiten der DDR“ exmatrikuliert und siedelte nach West-Berlin über. Nach dem Abitur arbeitete die gelernte Schriftsetzerin in einer Druckerei, bei verschiedenen Verlagen und beim Komponistenverband der DDR, später fürs Radio.

    Moderation: David Eisermann, erster Vorsitzender des Vereins Literaturhaus Bonn