zurück

28. Juni 2022

  • Aufgeschlagen! Anja Liedtke liest aus ihrem Werk „Ein Ich zu viel“

    18:00 Uhr

    Zentralbibliothek im KAP1
    Konrad-Adenauer-Platz 1
    40210 Düsseldorf

    Eintritt frei

     

    Ellinor hat das Gefühl, ihr Leben schon gelebt zu haben. Sie ist gescheitert, weil sie sich angepasst und nicht behauptet hat. Im zweiten Leben will sie alles richtig machen. Aber wie geht das? Sie lässt sich zum Abitur Geld schenken und reist nach New York. Doch das Sehnsuchtsziel ihrer Generation bietet keine Orientierung und keine Heimat, bis Ellinor Dan Guttman begegnet. Dan ist ein Kind jüdisch-deutscher Eltern, die vor dem Holocaust nach Südamerika geflohen waren. Die Familie gehört zu den Opfern der dortigen Diktatur. Dan überlebt, wird adoptiert und erfolgreicher Psychologe und Familienvater. Er nimmt Ellinor auf, verschafft ihr einen Job und berufliche Perspektiven. Bei ihm findet sie Verständnis für ihre Zerrissenheit zwischen Schuldgefühlen für die deutschen NS-Gräuel und Aufbegehren gegen die Elterngeneration. Schließlich trifft Ellinor auf die Person, die sie ohne Dan geworden wäre. Die beiden Frauen, die eigentlich nur eine sein dürften, sitzen sich im Café gegenüber und mit ihrer Konfrontation wirft der Roman die Frage auf, was es braucht, um sein Ich zu entwickeln. Anja Liedtke veröffentlicht seit über 25 Jahren in Anthologien, Literaturzeitschriften und wissenschaftlichen Publikationen und hat mit „Ein Ich zu viel" ihren fünften Roman publiziert. Für die Arbeit daran erhielt sie 2018 ein Stipendium im Stuttgarter Schriftstellerhaus. Die Bochumer freie Autorin und Dozentin für Kreatives Schreiben ist u.a. GEDOK-Bundesfachbeirätin für Literatur und Gründungsmitglied der lokalen Agenda 21 in Bochum.

    Die Moderation übernimmt Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW.

    Eine Veranstaltung im Rahmen des Sonderprogramms Aufgeschlagen! des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat dieses Sonderprogramm aufgelegt, dass hier ansässige Autor:innen darin unterstützen soll, ihre künstlerische Arbeit trotz der noch erforderlichen, pandemiebedingten Einschränkungen fortzusetzen.