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9. Juni 2022

  • Düsseldorfer Literaturtage: „Ehrenwort“ 16 – von und mit Achim Raven

    19:00 Uhr

    Zentralbibliothek im KAP
    Konrad-Adenauer-Platz 1
    40210 Düsseldorf

    Eintritt frei

     

    „Ehrenwort“ ist eine Buchreihe im Verlag Edition Virgines, mit der das Literaturbüro NRW Autor*innen aus Düsseldorf und ihr Lebenswerk zu einem runden Geburtstag ehrt. Band 16, erschienen unter dem Titel „Der Ernst des Unernstes kommt vom Unerns des Ernstes“, ist dem Autor Achim Raven gewidmet.

    Achim Raven, geboren 1952 in Düsseldorf, veröffentlicht seit 1984 Lyrik, Prosa und Essays, bis 2015 unter dem Pseudonym Ferdinand Scholz, seither unter seinem richtigen Namen. Zuletzt erschien 2019 „Fehlgänge. 13 Geschichten von der Rückseite des Möbiusbandes“, ebenfalls seit 2019 veröffentlicht er jeden Monat „Überlegungen zu Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Gedichteschreibens“ auf dasgedichtblog.de. Auch in der Bildungsarbeit war Achim Raven lange tätig, er unterrichtete von 2001 bis 2010 literarisches Schreiben an der Heinrich-Heine-Universität und veröffentlichte 2017 das Sachbuch „Plappern – Macht – Schule. Zwischenbemerkung zu Schule und Sprache“.

    Es moderiert Michael Serrer, der Leiter des Literaturbüros NRW und Herausgeber des Bandes.

  • Aktionsgruppe Banat – Ein deutscher Dichterkreis in Rumänien. Lesung und Gespräch mit dem Schriftsteller Johann Lippet

    19:00 Uhr

    Gerhard-Hauptmann-Haus

    Bismarckstraße 90

    40210 Düsseldorf

    Eintritt frei

     

    Der Dichterkreis „Aktionsgruppe Banat“ ist eine Gruppe junger deutschsprachiger Autoren, die sich Anfang der 1970er-Jahre in der südwestrumänischen Stadt Timișoara/Temeswar gründete und 1972 mit provozierenden Texten und ebensolchen Äußerungen zu Literatur und Gesellschaft an die rumäniendeutsche Literaturöffentlichkeit trat. Johann Lippet, Rolf Bossert, Werner Kremm, Gerhard Ortinau, Anton Sterbling, William Totok, Richard Wagner, Albert Bohn und Ernest Wichner publizierten fortan gemeinsam erarbeitete Anthologien und Textmontagen. Diese junge Literatur wurde durch den kommunistischen Staat zwar argwöhnisch beobachtet, doch zunächst toleriert, wenn nicht gar begrüßt, da sie sich vor allem gegen die konservative Haltung der eigenen rumäniendeutschen Eltern richtete. Drei Jahre lang trieb die „Aktionsgruppe Banat“ ihr freches Spiel, dann aber schlug die Securitate zu. Der Staat wollte sich nicht länger von den jungen Dichtern provozieren lassen. Mitte der 1970er-Jahre zwangen zunehmende staatliche Repressionen die jungen Autoren zu verstummen oder auszuwandern. Ein kurzes, aber voller Mut, Trotz und Hoffnung geschriebenes Kapitel rumänisch-deutscher Geschichte. Viele Texte aus jenen frühen Jahren haben überlebt. Johann Lippet wird uns aus seinen Werken vorlesen und berichten, wie er im totalitären Rumänien bespitzelt und schließlich aus dem Land geekelt wurde.

    Johann Lippet, geboren 1951 in Wels/Österreich, wo sich seine Eltern in den ersten Jahren nach den Kriegswirren getroffen hatten. Der Vater war aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden, die Mutter verschlug es beim Rücktransport aus der Russlanddeportation nach Österreich. 1956 kehrte die Familie zurück ins Banat, wo Johann Lippet im Dorf Wiseschdia, nahe an der Grenze zu Jugoslawien, seine Kindheit und Jugend verbrachte. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Großsanktnikolaus/Banat studierte er Germanistik und Rumänistik an der Universität Temeswar, Gründungsmitglied der „Aktionsgruppe Banat“. Er arbeitete als Deutschlehrer und von 1978 bis zu seiner Ausreise in die Bundesrepublik als Dramaturg am Deutschen Staatstheater Temeswar. Ließ sich mit seiner Familie zunächst in Heidelberg nieder und arbeitete für die dortige Stadtbücherei. Seit 1998 lebt er als freier Schriftsteller in Sandhausen bei Heidelberg. Die selbsterfahrene und überlieferte Geschichte der Banater Schwaben ist das Grundthema in Lippets literarischem Schaffen. Schauplatz seiner erzählerischen Welt ist sein Heimatdorf Wiseschdia mit den realen und phantastischen Erlebniswelten seiner Bewohner in der jüngsten Geschichte und historischen Rückblenden.

    Moderation: Walter Engel, geboren 1942 in Deutschsanktmichael/Banat. Studium der Germanistik und Rumänistik an der Universität Temeswar (1960-1965), dort 1972-1980 tätig als wissenschaftlicher Assistent mit Lehrauftrag und Dozent für Neuere deutsche Literatur. Promotion 1981 an der Universität Heidelberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter an Projekten der Universitätsbibliotheken Heidelberg und Frankfurt a.M., 1988–2006 Leiter des Hauses des Deutschen Ostens/(ab 1992) Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf. Veröffentlichungen zur deutschen und rumäniendeutschen Literatur.